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Fachgesprächsreihe: Wahre Männlichkeit? Männlichkeiten und Männlichkeitsbilder in der Neuen Rechten

#3 Männlichkeit(en) und die Ideologie der Ungleichwertigkeit – ein präventiver Blick aus der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus

Online-Fachgespräch  Dienstag, 23. März, 16.00 – 18.00 Uhr (MEZ)
Anmeldung

Mit Torsten Nagel, Leiter der Regionalen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus im Landesverband der Arbeiterwohlfahrt Schleswig Holstein

Weltweit ist ein Erstarken und ein Trend zu national-völkischen, neu-rechten Politiken zu beobachten. Die Akteur*innen bedienen sich verschiedener z.T. rassifizierender Zuschreibungen ethnischer, kultureller, nationaler, geschlechtlicher oder religiöser Gruppenidentitäten und forcieren eine Politik der Ausgrenzung und Abwertung der als „andere“ markierten Gruppen. Mit den Wahlerfolgen der AfD ist dieser Trend auch in Deutschland sichtbar geworden und stößt vor allem in gesellschaftlichen Debatten über geschlechtliche Vielfalt und Männlichkeit auf besondere Akzeptanz. Die Forderung, „echte“ oder „wahre Männlichkeit“ wiederherzustellen, wird laut erhoben.

Die Auswirkungen dieser Weltsicht sind z.B. an der steigenden Zahl von rassistischen und gewalttätigen Übergriffen auf alles, was als nicht zugehörig gedeutet wird, abzulesen. Gemeinsam ist diesen Übergriffen, dass einerseits überwiegend Männer als Täter agieren und es sich andererseits bei den Angegriffenen um rassifizierte, migrantische und/oder marginalisierte Menschengruppen handelt, u.a. Schwarze, PoC, LGBTIQ-Personen, aber auch Frauen und Männer, die nicht dem traditionellen Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit entsprechen.
Bisherige Erklärungsmuster und Deutungsangebote für die Abkehr von Demokratie und für die Hinwendung zu autoritären Strukturen und rechten Ideologien variieren erheblich. Diese Veranstaltungsreihe gibt interdisziplinäre Einblicke in Erklärungsmodelle, die Ursachen für die gestiegene Attraktivität und die Konstruktionsmechanismen rechter Männlichkeiten benennen und analysieren. Torsten Nagel verfügt über eine langjährige Expertise aus der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus. Er wirft einen Blick aus der Praxis auf Männlichkeit(en) und dem Zusammenhang zu Gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit (GMF) in der Mitte der Gesellschaft und rechtsextremer Ideologie. Nach einer Lageeinschätzung zum Rechtsextremismus heute geht Nagel anhand von Praxisbeispielen der Frage nach, wie Prävention gegen Rechtsextremismus eine demokratische Zivilgesellschaft stärken kann und warum es notwendig ist, Gender und Männlichkeitskonstruktionen mitzudenken.

Weitere geplante Termine:
Mi 19. Mai 2021, 16-18 Uhr
Di 2. Juni 2021, 16 – 18 Uhr
Mi 14. Juli 2021, 16-18 Uhr
Hier finden Sie die
Video-Dokumentationen der bisherigen Online-Fachgespräche

#2 Männlichkeit und autoritärer Charakter – sozialpsychologische Deutungen rechter Weltanschauungen
, PD. Dr. Sebastian Winter, 27.Janunar 2021

#1 Männlichkeit(en) in Rechtspopulismus und Rechtsextremismus – Auswirkungen auf die Soziale Arbeit, Prof. Dr. Fabian Lamp, Dienstag, 17. November 2020

Informationen zur Veranstaltungsreihe
Weltweit ist ein Erstarken national-völkischer, neu-rechter Politiken zu beobachten. Dieser politische Megatrend bedient sich, wenn auch regional in ganz unterschiedlicher Ausprägung, verschiedener z.T. rassifizierender Zuschreibungen ethnischer, kultureller, nationaler, geschlechtlicher oder religiöser Gruppenidentitäten. In der politischen Auseinandersetzung wird von neu-rechten Akteur*innen eine Politik der Ausgrenzung und Abwertung dieser als „Andere“ oder „fremd“ markierten Gruppen forciert.
Mit den Wahlerfolgen der AfD ist – wenn auch im europäischen Vergleich verspätet – dieser Trend auch in Deutschland sichtbar geworden und stößt vor allem in gesellschaftlichen Debatten über Geschlecht und Männlichkeiten auf besondere Akzeptanz. Bisher als sicher geglaubte und als allgemein anerkannt angenommene Vorstellungen von Männlichkeit scheinen an Gültigkeit zu verlieren. Es entsteht der Wunsch, die als bedroht wahrgenommene geschlechtliche Gewissheit, z.B. „echte“ oder „wahre Männlichkeit“, wiederherzustellen.

In Deutschland lassen sich die Auswirkungen dieser Weltsicht z.B. an der steigenden Zahl von rassistischen und gewalttätigen Übergriffen auf alles was als nicht zugehörig gedeutet wird ablesen. Dazu zählen die Hetzjagden in Chemnitz, die Ermordung von Walter Lübke, der antisemitische und von antifeministischer Aufladung geprägte Anschlag in Halle, der rassistische Anschlag in Hanau, völkische und misogyne Hetze und Provokationen, die Nutzung polizeilicher Infrastrukturen für Morddrohungen u.a. gegen Politiker*innen und rechte Gesinnungen beim Kommando Spezialkräfte. Gemeinsam ist diesen Übergriffen, dass einerseits überwiegend Männer als Täter agieren und es sich andererseits bei den Angegriffenen um rassifizierte, migrantische und/oder marginalisierte Menschengruppen handelt, u.a. Schwarze, PoC, LGBTIQ-Personen, aber auch Frauen und Männer, die nicht dem traditionellen Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit entsprechen.

Bisherige Erklärungsmuster und Deutungsangebote variieren erheblich. Die Veranstaltungsreihe wird verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze für das weltweite Erstarken rechts-nationaler Politiken diskutieren, die Auskunft geben über Ursachen für die steigende Attraktivität und die Konstruktionsmechanismen rechter Männlichkeiten. Ebenso sollen Politiken und Handlungsoptionen vorgestellt werden, die Alternativen zu rechten Männlichkeitskonstruktionen und -bildern ermöglichen und unterstützen. Dazu gehört auch der Blick auf Rahmenbedingungen, die die kritische Auseinandersetzung mit Männlichkeiten begünstigen oder verhindern. Im Sinne eines intersektionalen Ansatzes werden verschiedene soziale Dimensionen und deren Zusammenwirken betrachtet.

Die Veranstaltungsreihe richtet sich an praxisnahe Akteur*innen, Fachkräfte und Multiplikator*innen, die mit Jungen* und Männern* arbeiten sowie an Menschen aus der Männlichkeits- und Geschlechterforschung sowie der Politik.
Die Veranstaltungsreihe mündet in eine Tagung im Herbst 2021, die die Erkenntnisse aus den Fachgesprächen aufnimmt und bündelt.

Bisherige Veranstaltungen der Reihe “Wahre Männlichkeit”? – Männlichkeiten und Männlichkeitsbilder in der Neuen Rechten

Mittwoch 27. Januar 2021, 16-18 Uhr
#2 Männlichkeit und autoritärer Charakter – sozialpsychologische Deutungen rechter Weltanschauungen
Mit PD. Dr. Sebastian Winter, Universität Hannover
Sebastian Winter beschäftigt sich in seiner wissenschaftlichen Arbeit seit vielen Jahren mit Rechtsextremismus und dem Zusammenhang von Geschlecht und Ressentiment. Er geht in seinem Vortrag aus sozialpsychologischer Sicht der Frage nach, was rechte, autoritäre Modelle in einer komplexer werdenden Welt so attraktiv macht und was das für die politische und pädagogische Praxis bedeuten kann.
Video-Dokumentation Online-Fachgespräch
#2 Männlichkeit und autoritärer Charakter – sozialpsychologische Deutungen rechter Weltanschauungen

oder direkt hier auf You Tube
#1 Männlichkeit(en) in Rechtspopulismus und Rechtsextremismus – Auswirkungen auf die Soziale Arbeit
Dienstag, 17. November 2020
Mit Prof. Dr. Fabian Lamp, University of Applied Sciences, Kiel

Hier finden Sie den Mitschnitt des Fachgespräches als Video-Dokumentation bei You Tube

Weltweit ist ein Erstarken und Trend zu national-völkischen, neu-rechten Politiken zu beobachten. Die Akteur*innen bedienen sich verschiedener z.T. rassifizierender Zuschreibungen ethnischer, kultureller, nationaler, geschlechtlicher oder religiöser Gruppenidentitäten und forcieren eine Politik der Ausgrenzung und Abwertung der als „Andere“ markierten Gruppen. Mit den Wahlerfolgen der AfD ist dieser Trend auch in Deutschland sichtbar geworden und stößt vor allem in gesellschaftlichen Debatten über geschlechtliche Vielfalt und Männlichkeit auf besondere Akzeptanz. Die Forderung „echte“ oder „wahre Männlichkeit“ wiederherzustellen, wird laut erhoben.

Die Auswirkungen dieser Weltsicht sind z.B. an der steigenden Zahl von rassistischen und gewalttätigen Übergriffen auf alles, was als nicht zugehörig gedeutet wird, abzulesen. Gemeinsam ist diesen Übergriffen, dass einerseits überwiegend Männer als Täter agieren und es sich andererseits bei den Angegriffenen um rassifizierte, migrantische und/oder marginalisierte Menschengruppen handelt, u.a. Schwarze, PoC, LGBTIQ-Personen, aber auch Frauen und Männer, die nicht dem traditionellen Bild von Weiblichkeit und Männlichkeit entsprechen.

Soziale Arbeit ist durch diese Entwicklungen besonders herausgefordert. Sie fördert die gesellschaftliche und soziale Entwicklung von Menschen und deren Selbstbestimmung, orientiert an sozialer Gerechtigkeit, Menschenrechten und der Achtung der Vielfalt. Sie muss ihre fachlichen und pädagogischen Konzepte geschlechter- und vielfaltssensibel weiterentwickeln, z.B. in der Arbeit mit Jungen und jungen Männern. Es sind Antworten zu finden auf die Frage, wie die Alternativen zu rechten Männlichkeitskonstruktionen und -bildern am besten ermöglicht und unterstützt werden können. Prof. Dr. Fabian Lamp gibt mit seinem Vortrag einen Einblick in Männlichkeitskonstruktionen in Rechtspopulismus und Rechtsextremismus, wie sich dies auf Soziale Arbeit auswirken kann und welche Handlungsmöglichkeiten er sieht.

Die Fachgesprächsreihe
“Wahre Männlichkeit”? – Männlichkeiten und Männlichkeitsbilder inder Neuen Rechten“
richtet sich an praxisnahe Akteur:innen, Fachkräfte und Multiplikator:innen, die mit Jungen* und Männern* arbeiten sowie an Menschen aus der Männlichkeits- und Geschlechterforschung und -politik.
Weitere geplante Termine:
Di 23. März 2021, 16-18 Uhr
Mi 19. Mai 2021, 16-18 Uhr
Di 2. Juni 2021, 16 – 18 Uhr
Mi 14. Juli 2021, 16-18 Uhr

Veranstalter*innen

  • Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung
  • Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse

Fachkontakt
Henning von Bargen
Gunda-Werner-Institut
vonbargen@boell.de

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